Unser Leitbild

Hilfe aus Überzeugung ist unsere Motivation.

Unsere Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung Orthos e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht Kinder, Jugendliche, junge Heranwachsende und junge Mütter und Väter mit ihren Kindern stationär und im Rahmen des Betreuten Wohnens aufzunehmen und zu betreuen.

Unsere Einrichtung wurde 1991 in Heidelberg-Handschuhsheim als gemeinnütziger Verein der Jugendhilfe gegründet und ist heute neben Heidelberg auch in Schriesheim, Wilhelmsfeld und Schönau erfolgreich tätig.

Wir sehen in unserer  gemeinnützigen Arbeit den Auftrag, sozial benachteiligte und gefährdete Kinder, Jugendliche und Heranwachsende sowie junge Mütter und Väter mit ihren Kindern in der Weise Hilfe und Unterstützung zu gewähren, dass deren natürliches Recht auf Förderung und Entwicklung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit gewährleistet werden kann. Wir haben es uns zudem zur Aufgabe gemacht, die Integration unbegleiteter minderjähriger Asylsuchender zu unterstützen und voran zu bringen.

Grundlage unserer Arbeit und Konzeption spiegelt sich auch in unserem Namen wider: „Orthos“ stammt aus dem Griechischen und meint „aufrecht“, „gesund“. Die aus den Niederlanden stammende Orthopädagogik fördert die Eigenverantwortlichkeit und das Demokratieverständnis unserer Betreuten und stellt die Basis unserer täglichen Arbeit dar.

Das Selbstverständnis unserer Einrichtung orientiert sich an der Individualpsychologie Alfred Adlers und an systemischen Grundsätzen. Der Mensch wird in seinem Sein ganzheitlich und als soziales Wesen betrachtet. Die Zugehörigkeit zur sozialen Gemeinschaft ist für ihn existenziell. Systemisch betrachtet hängt dabei alles mit allem zusammen. Systemisch bedeutet hier auch, das Problem eines Einzelnen nicht isoliert zu betrachten, sondern das Verhalten aller Beteiligten miteinzubeziehen. Und es bedeutet auch, die Person und das Problem jedes Klienten als seine ureigene Art mit dem Leben umzugehen wertfrei zu akzeptieren. Kein Problem ist zu unbedeutend, um nicht besprochen werden zu können. Unsere Arbeit soll lösungs- und ressourcenorientiert sein. Vor diesem Hintergrund betrachten wir unsere Arbeit als ständigen Prozess einer qualitativen Weiterentwicklung. Partizipation im Sinne einer verlässlichen Beteiligungsstruktur ist eine für uns unabdingbare Grundlage unserer Tätigkeit. Wir setzen die im SGBVIII formulierten Beteiligungsrechte um und beziehen die uns anvertrauten und von uns betreuten jungen Menschen und deren Familien und Sorgeberechtigten in unsere tägliche Arbeit mit ein. Insofern ermöglichen und fördern wir die aktive Beteiligung von Eltern am Erziehungsprozess und der Hilfeplanung. Wir fördern die Formulierung konstruktiver Kritik sowohl vonseiten unseres Klientels als auch von unseren Mitarbeitern im Rahmen installierter und verständlich kommunizierter Beschwerdeverfahren. Die dazu notwendigen Strukturen stellen wir zur Verfügung.  Chancengleichheit und eine klare Einstellung gegenüber jeder Art von Rassismus sind für uns selbstverständlich. Wir treten für gute Arbeitsbedingungen ein und tragen Sorge für die Beschäftigung qualifizierter Mitarbeiter/Innen sowie deren angemessene Entlohnung.

Ein Kinderschutzkonzept, welches prozessual verstanden wird und schon mit der Auswahl unseres Personals, dem Einstellungsverfahren und der Einarbeitung neuer Mitarbeiter/Innen beginnt, betrachten wir als eine unverzichtbare Voraussetzung für unsere Arbeit. Diese bildet sich in einem von jedem/r neuen Mitarbeiter/In zu unterzeichnenden Verhaltenskodex ab. Grundlage für diesen Verhaltenskodex ist eine Kultur der Achtsamkeit und des Hinschauens. Um den Schutz unseres Klientels vor Übergriffen jeder Art sicher zu stellen bzw. zu erhöhen, arbeiten wir in einem ständigen Prozess an klaren, wirksamen und gesicherten Strukturen. Die Akzeptanz unserer Haltung zu Partizipation, Kinderrechten, den Bedarfen unseres Klientels, dem Umgang mit Nähe und Distanz, dem kollegialen Miteinander und einer lebendigen Fehler- und Feedbackkultur gilt für uns als grundlegende Bedingung für die Einstellung von Mitarbeiter/Innen. Diese Grundhaltung unterliegt einer ständigen Reflexion und gilt als Voraussetzung für ein allgemeines Verständnis für die Problematik des Schutzes unseres Klientels.

 

Qualifikation des Personals

Das vorgehaltene pädagogische und therapeutische Personal entspricht den Anforderungen des § 21 LKJHG „Betreuungskräfte“. Alle Mitarbeiter*innen legen zur Neueinstellung und daraufhin in regelmäßigen Abständen ihr erweitertes polizeiliches Führungszeugnis vor.

Alle Mitarbeiter*Innen verpflichten sich zudem im Rahmen des Orthos Verhaltenskodex zu einer Grundhaltung und Arbeitsweise, die den Schutz der betreuten Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen in den Mittelpunkt stellt.

Bei Orthos e.V. wird besonderer Wert auf Transparenz und einen sensiblen Umgang mit dem Thema Nähe und Distanz gelegt. Neue Mitarbeiter*innen werden im Einarbeitungsprozess mit den internen Strukturen zur Prävention von Missbrauch und sexueller Gewalt Vertraut gemacht.

Hierzu gehören u.a. ein lebendiges Beschwerdewesen und der proaktive Umgang mit der Aufklärung von Kindern und Jugendlichen zur Förderung ihrer Selbstbestimmung und Beschwerdekompetenz. Regelmäßiges kritisches und konstruktives Feedback zwischen den Mitarbeiter*innen und Schulungen im Erkennen von und Umgang mit krisenhaften Verläufen sind weitere zentrale Elemente.

Das erste und jederzeit maßgebliche Anliegen aller Mitarbeiter*innen bei Orthos e.V. ist die Sicherstellung des Wohlergehens von Müttern, Kindern und Jugendlichen. Durch den bedingungslosen Schutz vor Vernachlässigung, Missbrauch und Gewalt wird so zu ihrer persönlichen Entfaltung und Verselbstständigung beigetragen.

Gruppenpädagogischer Dienst:

+ Pädagogische und heilpädagogische Fachkräfte
+ Fachdienst und andere gruppenergänzende Dienste
+ Pädagogische, heilpädagogische, psychologische und psychotherapeutische Fachkräfte
+ Fachkräfte für Säuglings- und Kinderpflege
+ Sonstige Fachkräfte
+ Betriebswirtschaftliche, juristische und administrative Fachkräfte
+ Pädagogische und therapeutische Fachkräfte

Leitung / Verwaltung

+ Betriebswirtschaftliche und administrative Fachkräfte und sonstiges Personal
+ Fachkräfte und sonstiges Personal entsprechend den im Bereich gängigen Berufsprofilen und sonstige Kräfte.

Personal Ausschluss

Es werden keine Personen nach § 72a Satz 1 SGB VIII beschäftigt. Aus diesem Grund legen alle neuen Mitarbeiter*Innen vor Vertragsbeginn ihr erweitertes Führungszeugnis vor. In regelmäßigen Zeitabständen legen alle Mitarbeiter*Innen ihre erweiterten Führungszeugnisse erneut vor.

 

Orthos Verhaltenskodex

Dieser Verhaltenskodex soll dazu beitragen, dass die individuellen Bedürfnisse der von uns betreuten Kinder, Jugendlichen und Familien in den Mittelpunkt unseres Handelns gestellt werden. Er soll unsere Grundhaltung darstellen, nach der wir den in unserer Einrichtung lebenden und betreuten Kindern, jungen Menschen sowie deren Familien und Angehörigen grundsätzlich Respekt und Wertschätzung entgegenbringen, und dies unabhängig von Herkunft, ethnischer und religiöser Zugehörigkeit, Begabung, Geschlecht, Aussehen, Umgänglichkeit und Lebensentwurf.

Die Grundlage für diesen Verhaltenskodex ist eine Kultur der Achtsamkeit und des Hinschauens. Die Prävention von sexualisierter Gewalt und der professionelle Umgang mit Nähe und Distanz müssen unbedingt gewährleistet sein. Das Kinderschutzkonzept der Einrichtung ist ausnahmslos zu beachten und einzuhalten.

Diese Niederschrift verpflichtet alle Mitarbeiter von Orthos e.V. gleichermaßen.

I .Grundsätzliches 

  • Wir achten die Würde und Individualität der uns anvertrauten Menschen und richten unser pädagogisches Handeln danach aus.
  • Wir schützen die uns anvertrauten Kinder und jungen Menschen vor körperlichem und seelischem Schaden und schützen sie vor psychischen Verletzungen und Diskriminierungen.
  • Unser pädagogisches Handeln ist anschaulich, nachvollziehbar und entspricht den professionellen Standards.
  • Wir gestalten die Beziehungen zu den jungen Menschen transparent und in respektvoller Unterstützung. Individuelle Grenzen der jungen Menschen werden von uns respektiert.
  • Wir verpflichten uns, die Selbstverwirklichung zu angemessenem Sozialverhalten anderen Menschen gegenüber anzuleiten.
  • Wir verpflichten uns, ein Vorbild für die uns anvertrauten jungen Menschen zu sein.
  • Wir erlauben keine sexistischen und diskriminierenden Verhaltensweisen und beziehen dagegen aktiv Stellung. Solche Ausfälle werden von uns konsequent unterbunden.
  • Wir verpflichten uns die Wahrung der Eigentumsrechte zu beachten.
  • Wir werden die Privatsphäre und die Vertraulichkeit achten und im Umgang mit personenbezogenen Daten die Datenschutzbestimmungen einhalten.
  • Wir werden uns aktiv dafür einsetzen, Schaden von Orthos e.V. und den Kollegen nach bestem Wissen und Können abzuwenden.

II. Kinderschutz: Nähe und Distanz

  • Mitarbeiter/Innen bauen keine private Beziehung zu Betreuten auf. Es findet keine Weiterführung der pädagogischen Beziehung im privaten Raum statt. Private Treffen sind nicht gestattet.
  • Kein Kind und kein/e Jugendlicher/e darf in irgendeiner Weise bevorzugt, benachteiligt, sanktioniert oder belohnt werden, ohne dass dies im Rahmen der Maßnahme pädagogisch begründet ist.
  • Einzelgespräche sind in den dafür vorgesehenen Räumlichkeiten abzuhalten. Diese müssen zu jeder Zeit von außen zugänglich sein.
  • Die Empfindung der persönlichen Grenzen jedes Einzelnen ist ernst zu nehmen und zu wahren.

III. Kinderschutz: Körperkontakt

  • Unerwünschte Berührungen oder körperliche Annäherungen sind nicht erlaubt.
  • Körperliche Annäherungen, die einen eindeutig grenzüberschreitenden Hintergrund haben (Küssen, das Berühren von Brust oder Intimbereich, unerwünschte Umarmungen) sind verboten.

IV. Wortwahl und Bekleidung

  • Sexualisierte Sprache oder Gestik (sexistische Witze, sexualisierte Kosenamen oder Bemerkungen etc.) durch die Mitarbeiter/Innen ist nicht erlaubt. Dieses Verhalten ist auch bei Kindern und Jugendlichen nicht zu dulden.
  • Es ist auf eine angemessene Kleidung der Mitarbeiter zu achten (keine tiefen Dekolletés, keine Hotpants bzw. zu kurze Hosen).

V. Wahrung der Intimsphäre

  • Vor dem Betreten der Privaträume wird angeklopft.
  • Waschräume werden nur von gleichgeschlechtlichen Mitarbeiter/Innen betreten. In Ausnahmefällen muss das Betreten deutlich angekündigt werden.
  • Bei medizinischer Hilfe wird die Intimsphäre der Kinder und Jugendlichen gewahrt. Der Vorgang wird altersgerecht erklärt.

VI. Umgang mit sozialen Netzwerken und Medien

  • Das unerlaubte Fotografieren und Filmen von Kindern und Jugendlichen ist verboten. Die Veröffentlichung ebenfalls. Die uns Anvertrauten dürfen weder in anzüglichen Posen noch in unbekleidetem Zustand fotografiert oder gefilmt werden.
  • Mitarbeiter/Innen meiden den Kontakt durch soziale Netzwerke (z.B. WhatsApp) zu Kindern und Jugendlichen. Zulässig sind nur pädagogisch begründete oder dienstliche Kontakte.
  • Das Nutzen und Zeigen von Filmen, Fotos, Spielen oder Printmaterial mit pornographischem Hintergrund ist Mitarbeiter/Innen nicht erlaubt.

VII. Verletzung des Verhaltenskodex

  • Fehlverhalten wird mit Konsequenzen sanktioniert, die in direktem Zusammenhang mit dem Regelbruch stehen (logische Konsequenzen).
  • Professionelles Handeln wird regelmäßig in Teambesprechungen, Supervisionen und mit den Bereichsleitungen bzw. der Einrichtungsleitung reflektiert.
  • Drohungen, Einschüchterungen, Nötigungen, Zwang, Freiheitsberaubung sind als Sanktionen unerlaubt.
  • Es gibt keine Geheimhaltung darüber, was Mitarbeiter/Innen tun. Sie dürfen auf ihr Verhalten gegenüber Kindern und Jugendlichen angesprochen werden.

 

 

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